Fokus Arbeit

Access to the labour market

1. Arbeit

Wann darfst du arbeiten?

Wichtig ist dein Aufenthaltsstatus:

Asylsuchende und Geduldete haben ab einem Aufenthalt von drei Monaten einen eingeschränkten Zugang zum Arbeitsmarkt. Bis zum Ablauf der 3-monatigen Sperre ist in eurem Aufenthaltspapier eingetragen: "Beschäftigung nicht gestattet".

Läuft dein Asylverfahren und es gibt noch keine Entscheidung, hast du nur eingeschränkten Zugang zum Arbeitsmarkt. Wenn du eine Arbeit bzw. ein Praktikum machen möchtest, muss die Ausländerbehörde und die Arbeitsagentur das erlauben.

Ist dein Asylverfahren positiv ausgegangen, hast du eine Aufenthaltserlaubnis. Diese gilt für einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren. Nun hast du für diese Zeit Zugang zum Arbeitsmarkt. Das Jobcenter der Arbeitsagentur hilft dir einen Job zu finden. Hier kannst du auch Schulungsmaßnahmen besprechen.

Ist das Asylverfahren negativ ausgegangen, hast du den Status der Duldung. Wenn du arbeiten oder ein Praktikum machen möchtest, musst du bei der Ausländerbehörde und bei der Arbeitsagentur fragen, ob das erlaubt ist.

Wichtiger Hinweis: Seit dem 24.10.2015 gilt für Asylbewerber und Geduldete aus sicheren Herkunftsländern ein vollständiges Ausbildungs- und Beschäftigungsverbot. Die Liste der sicheren Herkunftsländer umfasst Ghana, Senegal, Serbien, Mazedonien, Bosnien-Herzegowina und seit neuestem Albanien, Montenegro und Kosovo.

(Quelle: Arbeitsagentur)

Was besagt die Residenzpflicht?

Die Residenzpflicht besagt, dass ein Flüchtling für die ersten drei Monate seines Aufenthaltes in Deutschland die Gemeinde oder den Landkreis, in dem er oder sie wohnt, nicht verlassen darf. Ab dem 4. Monat darfst du dich frei in Deutschland bewegen.

Wenn du aber nur geduldet bist oder straffällig wirst, dann kann die Ausländerbehörde jederzeit wieder bestimmen, dass du an einem festgelegten Ort bleiben musst.

(Quelle: BAMF)

Was besagt die Wohnsitzauflage?

Wenn du Sozialleistungen (z.B. nach dem Asylbewerberleistungsgesetz) von einer Behörde erhältst, darfst du deinen Wohnsitz nicht frei wählen. Wenn du in einen anderen Landkreis oder an einen anderen Wohnort ziehen möchtest, dann muss die Ausländerbehörde erst zustimmen.

Warum musst du die Vorrangprüfung abwarten, wenn du arbeiten möchtest?

Wenn dein Asylverfahren noch kein Ergebnis hat oder du den Status der Duldung hast, dann darfst du erst arbeiten, wenn du diese Schritte beachtet hast:

  1. Du fragst bei der Ausländerbehörde, ob du arbeiten darfst.

  2. Die Ausländerbehörde prüft nun, ob sie dir erlauben darf zu arbeiten. Dabei checkt sie zwei Dinge:
    - Hast du eine Aufenthaltsgestattung und die Pflicht in einer Aufnahmeeinrichtung zu wohnen?
    - Kommst Du aus einem sicheren Herkunftsland?

  3. Wenn die Behörde zustimmt, dann fragt sie die Arbeitsagentur, ob du arbeiten darfst.

  4. Die Arbeitsagentur checkt, ob die Arbeitsbedingungen bei deinem neuen Job in Ordnung sind: Sie prüft, z.B. ob du einen fairen Lohn bekommst. Die Arbeitsagentur recherchiert auch, ob es für deinen Job deutsche Bewerber gibt oder ob ein Bürger aus einem anderen EU-Land sich für diese Arbeit bewerben könnte. 

  5. Wenn die Arbeitsagentur entscheidet, dass alles ok ist, dann darfst du arbeiten.

Seit der Verabschiedung des Integrationspakets vom Juli 2016 besteht für die Bundesländer die Möglichkeit, die Vorrangprüfung für die Dauer von drei Jahren auszusetzen.

(Quelle: Arbeitsagentur)

 

Wann gibt es keine Vorrangprüfung?

Du darfst ohne Vorrangprüfung arbeiten:

  • Wenn du an einer Hochschule einen Beruf studiert hast, von dem es in Deutschland zu wenige Fachkräfte gibt (IT, Ingenieure, Ärzte). Dann erhältst Du die "Blaue Karte EU"
  • Wenn du eine Ausbildung in einem Beruf hast, von dem in Deutschland Fachkräfte fehlen (Engpassberuf).
  • Wenn du eine Fachkraft für einen Engpassberuf bist, und an einer Maßnahme teilnimmst, wo du dir deinen Beruf in Deutschland anerkennen lassen kannst.
  • Wenn du eine Berufsausbildung machst
  • Wenn du als Flüchtling registriert bist und Dich 15 Monate ununterbrochen in Deutschland aufgehalten hast.

(Quelle: Arbeitsagentur)

2. Praktikum

Du möchtest arbeiten, aber du weißt noch nicht, ob die Tätigkeit oder die Firma richtig ist für dich?

Wenn du dir unsicher bist, ob dir eine Arbeit gefällt oder ob du dich in einer Firma wohlfühlst, dann kannst du ein Praktikum machen. Ein Praktikum hilft dir auch, wenn du dein Wissen und deine Fähigkeiten verbessern möchtest, bevor du einen Job, eine Ausbildung oder ein Studium beginnst. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  1. Hospitation:
    - Hierbei schaust du dir das Unternehmen und die Prozesse nur an. Du bist „Gast“ und arbeitest nicht aktiv mit.
    - Für eine Hospitation erhältst du keinen Lohn.
    - Eine Hospitation ist daher keine Beschäftigung und muss nicht von der Arbeitsagentur genehmigt werden.
     
  2. Pflichtpraktikum:
    - Wenn du studierst oder eine Ausbildung machst, dann kann es sein, dass du ein Pflichtpraktikum machen musst.
    - Vielleicht hast du bereits in deiner Heimat einen Berufsabschluss erworben und möchtest ihn nun hier anerkennen lassen. Auch dann kann die Behörde oder Kammer verlangen, dass du ein Pflichtpraktikum machen musst.
    - Bevor du ein Pflichtpraktikum machen kannst, musst du es bei der Ausländerbehörde beantragen.
    - Achtung: Wenn Du ein Pflichtpraktikum machen musst, dann bekommst Du dafür keinen Lohn!
     
  3. (Berufs-) Orientierungspraktikum:
    - Du möchtest ein Studium oder eine Ausbildung beginnen, aber du bist dir noch nicht sicher, welchen Beruf du lernen möchtest? Dann kann dir ein Orientierungspraktikum helfen.
    - Hierbei arbeitest du in einem Betrieb mit und lernst so die Besonderheiten des Berufes und der Firma kennen.
    - Wenn das Praktikum maximal 3 Monate dauert, erhältst du kein Gehalt.
    - Dauert das Praktikum länger als 3 Monate, dann muss vom ersten Tag an der Mindestlohn gezahlt werden. Hier muss auch die Arbeitsagentur zustimmen, ob du in dem Betrieb arbeiten darfst.
    - Bei einem Praktikum schließt Du einen Vertrag mit einem Betrieb, in dem alles Wichtige geregelt ist (Lohn, Arbeitszeiten, Versicherung).

(Quelle: Arbeitsagentur)

3. Qualifizierung

Du möchtest deine Fähigkeiten erweitern und deine Chancen auf einen Job verbessern?

Die wichtigste Fähigkeit, die du für einen Job in Deutschland brauchst, sind gute Deutschkenntnisse. Der Deutschunterricht ist Bestandteil des verpflichtenden Integrationskurses. In der Regel übernimmt das BAMF 50 Prozent der Kurskosten (1023 Euro; Stand: Mai 2016). Erhält der Flüchtling ALG II oder Sozialhilfe werden die Kosten sogar komplett übernommen. Das gilt auch, wenn die Kosten aufgrund der wirtschaftlichen oder persönlichen Situation des Flüchtlings nicht zumutbar sind.

Wenn Du den Integrationskurs erfolgreich abgeschlossen hast und du deine Deutschkenntnisse weiter verbessern möchtest, dann kannst du auch einen berufsbezogenen Deutschkurs besuchen. Das Programm heißt "Berufsbezogene Sprachförderung für Menschen mit Migrationshintergrund (ESF-BAMF-Programm). Hier verbesserst du deine deutschen Sprachkenntnisse und du lernst die deutschen Fachbegriffe für die unterschiedlichen Berufe kennen. Du machst dabei auch Praktika und lernst verschiedene Betriebe kennen. Für dich als Teilnehmer ist der Kurs kostenlos. So verbesserst du deine Chancen auf eine Arbeit.

(Quelle: BAMF)

 

Es gibt weitere Maßnahmen, die dir helfen, deine Fähigkeiten zu verbessern:

1. Maßnahmen zur Feststellung, Verringerung und Beseitigung von Vermittlungshemmnissen:

Dieses Programm kann eine Firma anbieten, wenn sie prüfen möchte, wie gut deine Fähigkeiten und Kenntnisse sind. Wenn wichtige Kenntnisse noch fehlen, dann gibt es Unterricht, wo du sie erlernen kannst. Dieser Unterricht kann auch direkt bei der Firma durchgeführt werden. Das Programm dauert maximal 6 Wochen.
Die Ausländerbehörde muss nicht zustimmen. Die Arbeitsagentur muss informiert werden.

(Quelle: Arbeitsagentur)
 

2. Einstiegsqualifizierung:

Du möchtest bei einem Betrieb eine Ausbildung beginnen, aber dir fehlen noch einige Fähigkeiten und Kenntnisse? Dann kann das Unternehmen dir dabei helfen diese zu erwerben.
Du machst ein Praktikum in dem Betrieb und lernst so die Arbeit und deine zukünftigen Kolleginnen und Kollegen kennen. Das Unternehmen wird dabei von der Arbeitsagentur unterstützt ("Einstiegsqualifizierung")
Das Praktikum dauert 6 – 12 Monate.
Die Ausländerbehörde und die Arbeitsagentur müssen zustimmen
Du schließt einen Vertrag mit der Firma und erhältst einen Lohn (Achtung, kein Mindestlohn!)

(Quelle: Arbeitsagentur)
 

3. Probearbeit:

Hier kannst du "probeweise" in einem Betrieb arbeiten.
Du lernst die Arbeit und die Kolleginnen und Kollegen kennen. Die Firma lernt dich kennen und kann schauen, ob du nach der Probearbeit einen Arbeitsvertrag bekommen kannst.
Eine Probearbeit muss von der zuständigen Ausländerbehörde und der Arbeitsagentur genehmigt werden
Probebeschäftigungen sind mit dem tariflichen bzw. ortsüblichen Entgelt zu vergüten.

(Quelle: Arbeitsagentur)

Es gibt viele Möglichkeiten einen Job zu finden und oft werden die Firmen von der Arbeitsagentur unterstützt, wenn sie Geflüchteten eine Arbeit bieten.

Informiere dich einfach unter folgenden Adressen:

4. Existenzgründung

Wie kann ich ein eigenes Unternehmen gründen?

Gründungen von Unternehmern mit Migrationshintergrund sind für die deutsche Wirtschaft von zunehmender Bedeutung. Migrantische Unternehmen sind in verschiedenen Gewerben sehr wichtig und machen einen erheblichen Teil der Arbeits- und Ausbildungsplätze aus.

Von der Idee bis zur Umsetzung und Gründung eines Geschäfts bedarf es einiger Dinge zu beachten.

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hat einen übersichtlichen Leitfaden zum Weg in die Selbstständigkeit erstellt und mit wichtigen Adressen und Ansprechpartnern ergänzt.

(Quelle: Existenzgründerportal des BMWi)